Schulprofil

Demokratie bewegt

Seit dem Schuljahr 2025/26 sind wir mit einem neuen Schulprofil unterwegs: demokratische Schule.
Uns ist die Demokratie wichtig und wir finden, dass die Vorteile einer Demokratie und ihre Prinzipien bereits im Grundschulalter erlebt und verstanden werden können. Wir wollen die Kinder in den Kompetenzen stärken, die sie für ein demokratisches Miteinander benötigen: das soziale Miteinander üben, Aushandeln, Zuhören, Aushalten, dass andere dran sind oder Entscheidungsprozesse mitgestalten. Wir glauben, dass diese Fertigkeiten helfen, sich in einer vielfältigen Gesellschaft zurecht zu finden und Interesse wecken, Gesellschaft aktiv mitzugestalten. Das möchten wir fördern.

Da Demokratie von Prozessen lebt, gestalten wir Bausteine, die das Demokratieprofil beständig wachsen lassen. Wir sind auf dem Weg und nehmen Sie und Euch dabei mit.

Die einzelnen Bausteine, die wir im Profil bereits erarbeitet haben, sind im Folgenden näher erläutert.
Wer detailliert nachlesen möchte, kann sich unser aktuelles Handbuch ansehen. Hier ist auch der Zeitablauf der Profilentwicklung nachzulesen.

  • Kinderkonferenz (Kiko)

    KIKO bedeutet Kinderkonferenz. Etwa 7-mal im Jahr kommt die Kinderkonferenz zusammen, um schulische Themen zu besprechen. Sie wird von einer Lehrkraft und einer Erzieherin moderiert. Die Kiko-Kinder bringen Themen der Klassen aus dem Klassenrat in die Kiko mit, die sie für wichtig erachten. Die Kiko diskutiert, schlägt Lösungen vor und die Kikokinder nehmen diese wieder mit in den Klassenrat, um ggf. dort abzustimmen. Es gibt auch Themen, die die Schulleitung oder die Lehrerkonferenz einbringen.

    Die Ergebnisse der Kiko werden im Anschluss mit in die Gremien der Schule genommen. In der Regel findet die Lehrerkonferenz im Anschluss an die Kiko statt - eine gute Struktur also, um die Vorstellungen der Kinder direkt weiter zu bearbeiten.

    Wir wollen, dass die Kinder an Entscheidungen mitwirken können, die sie betreffen. Sie sollen ihre Selbstwirksamkeit erleben und sehen, dass es sich lohnt, sich einzubringen, um Lösungen und Kompromisse auszuhandeln.

  • der Klassenrat

    Der Klassenrat

    Der Klassenrat ist ein Kernstück der Demokratiebildung an unserer Schule. Er ist das basisdemokratische Forum einer jeden Klasse. In einer wöchentlichen Sitzung entscheiden Schülerinnen und Schüler, welche selbst gewählten Themen und Vorschläge sie besprechen, diskutieren und ggf. abstimmen wollen. Jedes Mitglied des Klassenrates soll befähigt werden, eigene Anliegen einzubringen, zu reflektieren und sich eine Meinung zu bilden.

    Dabei folgt der Klassenrat einem im Lehrerkollegium abgestimmten Ablaufplan, der ein Gerüst für die Diskussionen und Entscheidungsprozesse bildet.

    Wir verstehen den Klassenrat als Raum für gemeinschaftliche Entscheidungen, das Besprechen von Klassenthemen (z.B. Ausflüge, Sitzordnung, Klassendienste), Symbol- oder Gefühlsrunden sowie als Ausgangspunkt für Reflexionen über das soziale Miteinander. Auch kooperative Spiele oder gemeinsame Projekte können Anlässe bieten, um Werte wie Respekt, Fairness und Zusammenhalt zu thematisieren.

  • Sachunterrichtsraum

    Demokratie im Unterricht

    Seit 2023/24 arbeitet das Kollegium an Unterrichtsvorhaben in allen Fächern, um den Unterricht an den neuen Bildungsplan anzu- passen. Einige dieser Unterrichtssequenzen erarbeiten wir in Fachgruppen gemeinsam und haben uns vorgenommen, dass in all diesen gemeinsamen Entwicklungen dem Demokratiegedanken Rechnung getragen wird. Wir verfolgen hier besonders die Berei- che Mitbestimmung, Selbstbestimmung, Partizipation und Solidarität.

    Gerade unserer älteren Schülerinnen und Schüler brennen darauf “echte” Dinge zu bewegen, wirklich etwas zu tun, das bleibt und das Leben bereichert, wie es der Partizipationsgedanke vorsieht. Eine besser Stärkung der Selbstwirksamkeit kann man kaum ermöglichen. Solidarisch handeln heißt für uns nicht nur etwas für andere zu tun, sondern sich aktiv in die Gemeinschaft einzubringen, zu verstehen, dass man selbst nur profitieren kann, wenn man Teil einer Gemeinschaft ist und sich entsprechend einbringt. Anstrengend, aber lohnend, wenn man sonst zu keinem Ergebnis kommt. Das wollen wir erfahrbar machen.

  • Streitschlichter

    Bei uns an der Marie-Beschütz-Schule werden Schülerinnen und Schüler speziell dafür ausgebildet, bei Streitigkeiten zwischen ihren Mitschüler*innen zu vermitteln. Ihre Aufgabe ist es, den Streitparteien zuzuhören, ihre Streitgeschichten zu verstehen, ihnen zu helfen, ihre Gefühle auszudrücken, ihre Interessen deutlich zu machen und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen, damit alle wieder freundlich miteinander umgehen können.

    Nach Abschluss ihrer Ausbildung im zweiten Schulhalbjahr der dritten Klasse übernehmen die Streitschlichter*innen ihren Dienst und helfen in den Pausen, Konflikte zwischen Mitschülern*innen zu lösen. Dabei arbeiten sie in Tandems zusammen. In regelmäßigen, begleitenden Treffen haben sie die Möglichkeit, sich über ihre Erfahrungen auszutauschen, Probleme zu besprechen und letztlich immer mehr Sicherheit in ihrem Tun zu erlangen.

  • Fröschis

    Spielekonzept

    Das Spielekonzept wurde an der MBS im Jahr 2024 implementiert und lehnt sich an das Programm „Spielstarke Schule" von C. Va- lenthiner-Brandt, der Leiterin der Brettspielakademie, an.

    Gesellschaftsspiele im Grundschulalter leisten einen wichtigen Beitrag zur Demokratieerziehung, weil sie auf spielerische Weise soziale Kompetenzen, Regelverständnis, Partizipation und Verantwortungsübernahme fördern. Sie sind ein ideales Medium, um Kinder frühzeitig für demokratische Prozesse zu sensibilisieren - ohne erhobenen Zeigefinger, sondern mit Spaß, Spannung und Gemeinschaftserlebnis.

  • Spielewoche

    Die Spielewoche mit dem Motto "Gemeinsam spielen - Stark im Miteinander" ist ein fester Bestandteil der zweiten Jahrgangsstufe und hat das zentrale Ziel, das soziale Miteinander und die Klassengemeinschaft zu stärken. 2018 wurde das Konzept entwickelt, erprobt und wurde dann aufgrund der zahlreich positiven Stimmen aus den Klassen seit dem Schuljahr 2024/2025 fest ins Profil übernommen.

    Zunächst steht das gemeinsame Spielen von Gesellschaftsspielen in Zufallsgruppen im Vordergrund. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Spielewoche ist der Ausflug zu Spielplätzen in der Umgebung. Zusätzlich werden kooperative Spiele durchgeführt. Abgerundet wird die Spielewoche durch eine tägliche Reflexionsrunde.

  • Vielfaltswoche

    In dieser spannenden Projektwoche entdecken die Kinder der dritten Klasse, was sie einzigartig macht und was sie mit anderen verbindet. In kreativen Workshops und spielerischen Aktivitäten tauchen sie ein in die bunte Welt der Vielfalt. Ob Einzigartigkeit, Gemeinsamkeiten oder der faire Umgang mit Vorurteilen - jedes Modul öffnet neue Perspektiven und stärkt das Miteinander. Eine Woche voller Aha-Momente, Teamgeist und Mut zur Vielfalt!

    Mit der Vielfaltswoche möchten wir Kindern zeigen, wie wertvoll Unterschiede sind und wie stark ein respektvolles Miteinander macht. Die Kinder lernen, Vorurteile zu hinterfragen, Diskriminierung nicht einfach hinzuneh- men und sich für andere stark zu machen. Durch spielerische Methoden und kreative Impulse stärken wir soziale Kompetenzen und legen den Grundstein für ein Schulklima, in dem sich alle gesehen und gehört fühlen. Wir schließen konzeptionell mit diesem Baustein an die Felder Toleranz, Akzeptanz sowie Selbst- und Fremdwahrnehmung an.

  • Gestaltungstag

    Am Gestaltungstag können Kinder ein eigenes, selbst gewähltes Thema bearbeiten. Die Lehrkräfte helfen nur beim Begrenzen der Themen und stehen als Ratgeber zur Seite. Das ist wichtig, denn am Gestaltungstag soll die Idee in kleinen Gruppen oder Einzelarbeit umgesetzt werden. Die Kinder sind dafür zuständig zu planen und zu besorgen, was sie zur Umsetzung benötigen und können sich hierbei beraten lassen. In der Regel tun sich mehrere Klassen zusammen und öffnen dann auch die nötigen Fachräume. D.h., die Kinder lernen an diesem Tag klassenübergreifend, themenbezogen und individualisiert.

  • Nachhaltigkeitsziele

    Freiday

    Der Freiday wurde an unserer Schule im zweiten Halbjahr 2025/2026 im vierten Jahrgang pilotiert. Ziel des Freidays ist es, ein Lernsetting zu eröffnen, das selbstgesteuertes und projektorientiertes Lernen ermöglicht und gezielt fördert. Die Schüler:innen werden dabei von unseren Lehrkräften unterstützt und begleitet, um eigene Ideen zu entwickeln und in Form individueller oder gemeinsamer Projekte umzusetzen. An einem festen Wochentag arbeiten die Schüler:innen an selbstgewählten Fragestellungen, die zum Beispiel einen Beitrag zu Nachhaltigkeit, Klimaschutz, sozialer Gerechtigkeit oder gesellschaftlichem Zusammenhalt leisten. Der Freiday wird durch diese Nähe zum Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) bei uns vorwiegend im Sachunterricht angesiedelt.

  • Megafreitag

    An allen Freitagen in der Schulzeit gibt es nachmittags ein frei wählbares Angebot. Die Kinder aller Gruppen haben die Möglichkeit, den Megafreitag zu besuchen. Dieser findet in unserer Drei-Feld-Halle statt. Es gibt eine Bewegungslandschaft für alle Altersstufen, die einlädt zum Spielen, Bewegen, Chillen, Toben und Zusammensein.

    Unser Kooperationspartner – die TSG-Bergedorf – gestaltet hier ganz im Sinne der eigenen hohen fachlichen Kompetenz im Bewegungs- und Sportbereich ein Stück Bewegungsfreude für die Kinder.

    Kinder verabreden sich dort und spielen in anderen Zusammenhängen. Das stärkt das Miteinander und die Schulgemeinschaft.
    Sie nutzen sehr gern die Möglichkeit, frei für sich zu entscheiden und immer mehr Kinder trauen sich, ohne den Schutz einer vertrauten Gruppe zum Spielen kommen. Denn sie wissen, sie finden hier andere, die gern mit Ihnen zusammen sind.

  • Kinderradio Live on Air

    Unser Kinderradio

    Immer montags um 9.20 Uhr geht es auf Sendung – das Kinderradio!
    Die Redaktion setzt sich zusammen aus Kindern aller Klassenstufen. Sie kommen freiwillig und in ihrer Freizeit; die zwei Redaktionssitzungen finden nämlich in den Pausen statt. In der Redaktionssitzung finden die Kinder die aktuellen Rubriken und übernehmen es, Inhalte für die nächste Sendung zusammenzustellen. Innerhalb einer Woche befragen sie Klassen, Schul- und Ganztagsleitung, das Büro und stellen Nachrichten zusammen, sie überlegen sich Witze, Reime oder Rätsel. Dann wird geübt. Wichtig ist es, dass die Technik stimmt. Gesendet wird über die Sprechanlage der Schule und damit das funktioniert, zeichnen wiederum zwei Technikkinder verantwortlich. Die Sendung beginnt mit einem Ausschnitt aus dem Schullied, stets frisch eingesungen, und endet mit einem fröhlichen Tschüüüüüß, dazwischen gibt es Buntes aus dem Schulleben zu berichten und jede Menge Unterhaltung, von der Buchempfehlung bis zum Wetterbericht.

    Medienfreiheit ist ein wichtiger Bestandteil der Demokratie und die Kinder erleben sie direkt. Sie lernen, was es heißt, bestimmte Informationen auszuwählen, andere wegzulassen.

    Im Juni 2026 ging das Kinderradio erstmals auf Sendung. Alle 4 Wochen haben neue Kinder die Chance, mitzumachen. Schnell sind die Kinder Expert*innen für ihre Lieblingsrubriken und mit jeder Sendung steigt das Selbstbewusstsein.

  • Patenschaften

    Patenschaften

    Im dritten und vierten Jahrgang übernehmen die Großen Patenschaften für die Kleineren. Gerade in der Ankommenszeit der ersten Schulwochen ist das wichtig, denn wer möchte nicht gern freundlich in einer Gemeinschaft aufgenommen werden? Jede erste Klasse erhält eine Patenklasse aus dem 3. Jahrgang. Gleich zu Beginn des Schuljahres trifft man sich und so entstehen erste Kontakte für die Pausen, die Jüngeren bekommen das Schulahaus gezeigt, sofern sie es noch nicht kennen. Und die Großen unterstützen und helfen, wenn einmal ein Notfall eintritt, der Schuh nicht gebunden ist oder ein Pflaster gebraucht wird. Im Laufe des Schuljahres setzt sich die Patenschaft projektbezogen fort. Man trifft sich zu Patenstunden, liest gemeinsam, spielt zusammen oder frühstückt miteinander. Manche Patenbeziehungen halten kürzer, andere länger, mache tragen sogar über die Grundschulzeit hinaus. Die Vorschulkinder bekommen Paten aus den vierten Klassen. Hier übernehmen Kinder aus zwei vierten Klassen jeweils die Patenschaft für eine Vorschule.